Ein Blick auf die Wettervorhersage gehört für viele von uns ganz selbstverständlich zum Alltag. Doch wie machten es die Menschen früher, als es weder Wetter-Apps noch Satellitenbilder gab? Gerade in den Alpen war das Wissen um das Wetter oft von entscheidender Bedeutung. Die Menschen deuteten die Wolkenkonstellationen, die Windrichtungen und viele andere Hinweise aus der Natur um das Wetter für den nächsten Tag oder, im besten Fall, für einige Tage im voraus zu bestimmen. Dieses Wissen wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Daneben gab es die sogenannten „Lostage“, die wir heute auch noch kennen und die das weitere Wettergeschehen prophezeien sollen. Eine gewisse Gültigkeit kann man diesen „Lostagen“ und Bauernregeln auch heute nicht absprechen.

Durch die Jahrhunderte gab es immer wieder Menschen, die Aufzeichnungen über das Wetter machten. Genauestens beschrieben wird der strenge Winter 1077 als König Heinrich IV über die Westalpen nach Canossa ging – auch wenn diese Schilderungen gewiss leicht übertrieben waren. Immer wieder finden sich vereinzelte Tagebücher und Aufzeichnungen in Archiven, die über das Wetter berichten. In Kitzbühel hat beispielsweise ein bis heute Unbekannter, das Wetter von 1756 bis 1765 in einem kleinen Heft, dem Kitzbüheler „Wetterpiechl“, niedergeschrieben. Schon ab 1777 wurde von Zallinger und nachfolgend ab 1825 von Pater Prantner die Temperatur und der Niederschlag aufgezeichnet.

In Kitzbühel blickt die Wetterbeobachtung auf eine lange Geschichte zurück, hier befand sich die älteste, nachgewiesene Wetterbeobachtungsstation der Alpen. Wahrscheinlich schon früher, aber gesichert ab 1650 gab es das „Wödertuech“ beim „Bauern am Tauern“. Der Bauer, der von der Stadt Kitzbühel für seine Tätigkeit bezahlt wurde, musste bei herannahenden Unwettern ein weißes Tuch gut sichtbar am Haus anbringen, damit die Bevölkerung gewarnt war. Von 1736 bis 1770 wanderte dieses „Wödertuech“ dann zum Alpele am Wilden Hag. 1770 kam es wieder zurück zum „Bauern am Tauern“ bis es 1814 aufgelassen wurde. Eine weitere Warnung und Hilfe vor Unwettern war das „Wetterläuten“. Das Läuten der Kirchenglocken sollte herannahendes Unwetter vertreiben. Dieser Brauch wird bis heute in einigen Gemeinden, wie Söll, weitergeführt. Wissenschaftlich gesichert ist es allerdings bis heute nicht, dass das Geläut der Kirchenglocken Unwetter fernhalten.

Die Geschichte des Wetters ist auch ein Stück Regionalgeschichte. Historische Wetteraufzeichnungen sind weit mehr als bloße Notizen über Regen, Schnee oder Sonnenschein. Sie helfen uns, die Lebensbedingungen früherer Generationen besser zu verstehen.


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