Ausgehend von der malthusianischen These in der Nahrung als Hemmnis für das Bevölkerungswachstum dargestellt wird, stellt sich die Frage, ob in vorliegender Untersuchungsregion – dem Bezirk Kitzbühel – in klimatisch schlechten Jahren, in denen die Ernte verdirbt, Menschen Heirat und die Zeugung von Nachwuchs verschoben. Der Bogen spannt sich dabei von der Klimageschichte, der Sozialgeschichte, der Wirtschaftsgeschichte bis zur Bevölkerungsgeschichte. In Bezug auf die Witterung ist die Wahrnehmung klimatischer Bedingen durch die Bevölkerung der wesentliche Indikator. Diese Wetterwahrnehmung resultiert aus Berichten von Zeitzeugen und Aufzeichnungen. Ein wichtiger Bestandteil der Forschung ist der Zusammenhang von Witterungsbedingungen mit materiellen, kulturell-intellektuellen und politischen Aspekten. Grundlage dafür sind Daten aus dem dem Stadtarchiv Kitzbühel sowie hinsichtlich der Bevölkerungsbewegung, beispielsweise die Kirchenbücher. Mittels Zeitreihenanalyse wurde ein allfälliger Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung des Wetters durch die Bevölkerung einerseits und den Heirats- und Geburtenraten andererseits analysiert. Die Ergebnisse legen nahe, dass es zwischen der Wahrnehmung klimatischer Bedingungen und demographischen Prozessen keinen Zusammenhang gab.


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